
Allora,
Ich liebe die ruhige Energie des Jänners, speziell nach 2 eher hektischen, mit Terminen, Treffen, Konsum gefüllten Monaten. In der Stadt kehrt wieder Ruhe nach den Touristenströmen ein und jeder sucht ein bisschen den Rückzug, eine Art Winterschlaf, in dem man sich auf seine eigene Version eines Neustarts fokussiert.
Wer kennt das nicht, gefühlt spricht jeder von Vorsätzen und Veränderungen die man geplant hat und in meiner Bubble sind mir wieder einige Posts etc. über das NO-BUY YEAR aufgepoppt.
Ich befasse mich momentan wirklich intensiv mit Budget-Planning und Optimierung, bewusstem Konsum und einem relaxten Umgang mit Geld, aber ich halte ein totales No-Buy-Year für keine gute Lösung für mich. Ich verstehe natürlich die Idee dahinter sehr gut und auch, warum sie gerade zum Jahreswechsel so verlockend wirkt.
Ein neues Jahr fühlt sich
- Nach Reset an
- Nach Klarheit
- Nach „diesmal mache ich es richtig“.
Man nimmt sich vor, weniger zu konsumieren, weniger Geld für Dinge auszugeben, die sie eigentlich nicht brauchen, und endlich aus alten Mustern aussteigen. Diese Intention ist natürlich nicht falsch, sondern sinnvoll, reflektiert und oft ein Zeichen von Wachstum.
Was ich jedoch kritisch sehe, ist die Erwartung, dass sich jahrelange Gewohnheiten so einfach durch einen einzigen Vorsatz zum Jahreswechsel auflösen lassen.
Konsum ist selten das eigentliche Problem
Wenn ich mich mit momentan Geld befasse, dann fast nie mit den Zahlen allein. Ich reflektiere über
- mein Verhalten
- meine Muster
- meine Gewohnheiten
Und genau dort liegt für mich der Kern des Problems.

Wenn man in der Vergangenheit regelmäßig zu viel ausgegeben hat, dann lag das in den seltensten Fällen an mangelnder Disziplin. Viel häufiger war der Konsum ein Ventil oder ein Ausgleich. Vielleicht eine Reaktion auf Stress, Überforderung, Langeweile oder emotionale Leere. Shopping wird dann nicht bewusst entschieden, sondern passiert automatisch.
Was diese Ausgaben jetzt nicht “negativ“ macht, aber es erklärt doch so einiges.
Und genau deshalb ist es für mich gerade nicht sehr realistisch zu glauben, dass ein No-Buy-Year all das einfach beendet. Die Gewohnheiten verschwinden nicht, weil wir sie verbieten, aber wir können sie verändern, wenn wir sie verstehen.
Die Motivation ist gerade am Jahresanfang sehr stark, da wir uns alle in der Energie des Neuanfangs befinden. Aber nur Motivation ist für mich kein stabiles Fundament. Denn sie schwankt, sie ist abhängig von Energie, Stimmung und Lebensumständen. Die Gewohnheiten hingegen sind konstant, solange wir sie nicht bewusst verändern.
Warum ich glauben, dass der “Alles-oder-nichts-Ansatz” beim Budget oft scheitert
Ich habe im Vergangenheit mehrmals online oder auch in meinem Umfeld beobachtet, wie einige Menschen öffentlich ein No-Buy-Year gestartet haben. Mit ehrlicher Absicht und dem Wunsch nach Veränderung und trotzdem sind viele von nach einigen Monaten doch gestolpert. Es hat sich dann das Gefühl des Versagens eingeschlichen.
Für mich hat sich in diesen Fällen aber etwas anderes gezeigt.
Denn was tatsächlich passiert ist: Sie haben sich monatelang mit ihrem Konsum auseinandergesetzt, weniger ausgegeben als zuvor und sich bewusster entschieden. Es wurde reflektiert und trotzdem wurde es als Scheitern bewertet, weil eine selbst auferlegte Regel gebrochen wurde.
Genau das ist für mich das Problem eines stricken No-Buy-Ansatzes. Es ist entweder Gewinn oder Niederlage. Entweder ich halte alles ein oder ich habe verloren. Diese Denkweise kennen wir doch aus vielen anderen Bereichen, wie zum Beispiel aus Diäten oder aus Selbstoptimierungsphasen.
Warum Druck kein nachhaltiges Verhältnis zu Geld für mich schafft
Die Limitation eines No-Buy-Years baut für mich nur Druck auf. Jeder Kauf wird zu einer inneren Diskussion und jeder Ausrutscher fühlt sich größer an, als er ist. Und genau dieser Druck sorgt langfristig nicht für Entspannung, sondern eher für Schuldgefühle.
Der Fokus verschiebt sich. Weg von Lernen und Entwicklung, hin zu Kontrolle und Selbstkritik. Und damit entstehen häufig neue ungesunde Muster.
Ein bewusster Umgang mit Geld bedeutet für mich nicht, mir alles zu verbieten. Er bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, ohne mich selbst dafür zu bestrafen.
Was ich mir stattdessen vornehme
Wenn es mein Ziel ist, langfristig weniger Geld auszugeben, bewusster zu konsumieren und mein Budget zu stabilisieren, dann setze ich nicht auf Verbote.
- Eine Low-Buy-Monat statt ein No-Buy-Year
Ein Monat ist für mich überschaubar. Es wirkt nicht bedrohlich und die Zeit ist lang genug, um mir die richtigen Erkenntnisse zu bringen. Ich starte mit kleinen Schritten und es schafft mir den Raum, um ehrlich hinzusehen, ohne Druck.
Ich analysiere in dieser Zeit:
- wofür ich tatsächlich Geld ausgebe
- welche Ausgaben Gewohnheit sind und welche bewusst
- was meine emotionalen Trigger sind
- in welchen Momenten ich kaufe
Das Ziel dieses kurzen Resets ist für mich, den Rest des Jahres bewusster zu gestalten, ohne mich unter Druck zu setzen.
- Ausgaben tracken, ohne Bewertung
Ich kann mein Konsumverhalten nicht verändern, wenn ich nicht weiß, wohin mein Geld fließt!
Ausgaben zu tracken ist für mich kein Kontrollinstrument, sondern ein Werkzeug für Selbstverantwortung. Ich will mir kein schlechtes Gewissen machen, sondern meine Muster aufzeigen. Erst dann kann ich entscheiden, was ich verändern möchte.
- Realistische Ziele, statt starrer Verbote
Statt fixer Regeln arbeite ich mit Richtwerten, die sich natürlich nach Reflektion verändern dürfen. Genau wie finanzielle Ziele dürfen auch meine Ausgaben-Ziele wachsen, schrumpfen oder angepasst werden.
Das gibt mir die Flexibilität, dass ich dran bleibe, auch dann, wenn es mal nicht perfekt läuft.
Geldverhalten ist ein Lernprozess
Niemand würde erwarten, durch eine einzige Ankündigung dauerhaft gesund zu leben. Man verändert seine Routinen, passt Gewohnheiten an, lernt mit Rückschlägen umzugehen und bleibt trotzdem dran.
Beim Thema Geld gilt für mich genau dasselbe.
Mein bewusster Umgang mit Konsum entsteht nicht durch Verzicht um jeden Preis, sondern durch das Verständnis für mich selbst, meine Muster und meine Bedürfnisse.
Genau dort beginnt meine finanzielle Stabilität.
Mein Fazit zum No-Buy-Year
Ich glaube nicht an strikte Verbote, sondern an Struktur und Klarheit. An kleine Veränderungen, die sich langfristig stabilisieren.
Wenn ich heute über Sparen, Budget und Konsum spreche, dann nicht im Sinne von „reiß dich zusammen“, sondern im Sinne von: Lass mich ehrlich hinschauen und nachhaltige Lösungen finden.
Ein No-Buy-Year mag natürlich auf den ersten Blick konsequent wirken. Für viele Menschen ist es jedoch eher eine zusätzliche Belastung. Ein Ansatz, der mehr Druck als Freiheit erzeugt.
Ich entscheide mich deshalb bewusst für einen anderen Weg. Einen, der nicht perfekt ist, aber wirksam. Einen, der es mir erlaubt zu lernen, statt mich selbst zu verurteilen.
Nicht radikal, sondern nachhaltig.
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